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Bolivien, El Alto

Fundacíon Wiphala

Die Fundación Wiphala im bolivianischen El Alto, der rasant anwachsenden Trabantenstadt vor den Toren der Andenmetropole La Paz, ist nach intensiver Aufbauarbeit eine im Viertel gut etablierte und integrierte Anlaufstelle für arbeitende Kinder und Jugendliche. Diese kommen aus indifferenten, oft schwierigsten Familienverhältnissen und arbeiten täglich auf der Straße, um zum Familienunterhalt beizutragen oder zumindest ihre eigene Existenz zu sichern. Schulbildung oder Ausbildung werden dabei häufig vernachlässigt oder womöglich gar nicht wahrgenommen.

Wiphala möchte dem vorbeugen und gewährleistet eine Basisversorgung, die Mittagessen, Nachmittagstee, medizinische Versorgung, Hausaufgabenbetreuung, Ausbildungsprogramme, Elternarbeit- und Betreuung, Zusammenarbeit mit den Schulen und Freizeitangebote beinhaltet. So haben die rund 90 Kinder und Jugendlichen eine Perspektive, denn das Ziel von Wiphala ist es

-  dass aus arbeitenden Kindern und Jugendlichen keine Straßenkinder auf Dauer werden.

-  dass Kinder und Jugendliche durch eine begleitete gute Schul- und Berufsausbildung Zukunftsperspektiven haben.

Für ganz prekäre Situationen gibt es bei Wiphala Übernachtungsmöglichkeiten und betreutes Wohnen.

Die Tagesanlaufstelle bietet mehr als 90 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen von Montag bis Freitag verschiedene Angebote an. An Wochenenden und Feiertagen finden immer wieder Veranstaltungen und Ausflüge statt, Feiern und Feste werden gemeinsam gestaltet.

An fünf Wochentagen werden ein ausgewogenes und ausreichendes Mittagessen sowie Nachmittagstee angeboten, denn alle Kinder und Jugendlichen sollen die Schule oder die Abendschule besuchen. Viele machen abends noch Hausaufgaben, da sie tagsüber ja zusätzlich arbeiten müssen und/oder zuhause keine Möglichkeiten zum Lernen haben.
Durch eine gute Schul- und Berufsausbildung sollen Zukunftsperspektiven und ausreichend Existenzgrundlagen geschaffen werden

Das gemeinsame Mittagessen mit dem pädagogischen Personal hat neben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung der jungen Menschen auch den täglichen Kontakt und Austausch mit den psychologisch geschulten Betreuern zum Ziel. Die Essenszeit strukturiert den Tagesablauf, gibt Zeit zum Erholen und ermöglicht das Erleben von Werten in einer Art Großfamilie.

Das Ausbildungsprogramm beinhaltet nicht nur Stipendien für eine Gruppe von Studentinnen und Studenten. Das Haus hat auch eigene Werkstätten, wo die Jugendlichen sich beruflich qualifizieren können: eine Bäckerei, eine Industrieschneiderei und eine Metallwerkstatt.

Rund 20 Kinder und Jugendliche (aus der Gemeinschaft der Projektbesucher), die nicht mehr zuhause wohnen können, wurden seit 2012 im betreuten Wohnen aufgenommen.

In einem weiteren Projekt gibt es eine Strickgruppe für 40 Frauen, die zum Familienunterhalt beitragen. Begleitend dazu findet eine Kleinkinderbetreuung statt. Die Strickgruppe wird regelmäßig geschult und produziert inzwischen für mehrere Weltläden sowie für einen bayerischen Sportartikelhersteller. Sie kann sich dadurch selbst tragen und steuert maßgeblich zur zum Gesamthaushalt von Wiphala bei.

Der Erfolg des Projektkonzepts zeigt sich in der Tatsache, dass inzwischen ehemalige jugendliche Besucher des Hauses nach erfolgreich absolviertem Studium, das ihnen Wiphala ermöglichte, selbst als pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum festen Betreuungsteam des Projekts gehören. Das gesamte Projekt, 2002 von einer deutschen Sozialarbeiterin gegründet und, wird ausschließlich von bolivianischen Mitarbeitern geführt und betreut. Wiphala ist in Bolivien als gemeinnütziger Verein "Comunidad Educativa Wiphala" registriert.

Aufgrund der seit März 2020 herrschenden Covid19 Pandemie hatten sich die Verhältnisse in Bolivien insbesondere für die sozial benachteiligte Bevölkerung verändert. Das Wiphala-Haus in El Alto musste bis auf das betreute Wohnen geschlossen werden. Die Kinder und Jugendlichen hatten keine Verdienstmöglichkeiten mehr, ebenso ihre Familien, die ihren Unterhalt vorwiegend als Tagesarbeiter bestreiten konnten. Es fehlte die finanzielle Grundlage für das tägliche Überleben. Die Mitarbeiter von Wiphala suchten den Kontakt zu den Familien der zum Projekt gehörenden Kinder und Jugendlichen. Sie konnten in Erfahrung bringen, wo soziale Unterstützung nötig war und was am dringendsten benötigt wurde. So konnte die Studiosus Foundation e.V. mit der Finanzierung von Lebensmitteln auch für die betroffenen Familien gezielt helfen, die prekäre Ernährungssituation zu mildern. Die Wohngruppe im Haus wurde und wird betreut. Ende des Jahres wurde das Haus unter Einhaltung der erforderlichen Hygienemaßnahmen schrittweise wieder geöffnet. 

Inzwischen kommen tagsüber rund 120 Kinder und Jugendliche zu Wiphala. Der Betrieb läuft 2021 relativ normal, doch die erforderlichen Pandemie-bedingten Vorsichtsmaßnahmen werden strikt berücksichtigt. Ein großes Anliegen der Betreuerinnen und Betreuer ist es, das unterstützende Bildungsangebot aufrecht zu erhalten, da der allgemeine Schulunterricht viele Monate nicht vorhanden war. Die Studiosus Foundation e.V. übernimmt auch in 2021 die komplette Lebensmittelversorgung für weitere 12 Monate. 

Maßnahmen

Studiosus Foundation e.V. finanziert seit 2012 laufend das Mittagessen und den Nachmittagstee sowie die zusätzlichen Ausgaben für Geburtstage und gemeinsame Feiern an Festtagen.
Hinzu kam 2014 die Finanzierung von Schul- und Arbeitsmaterialien, Workshops und Freizeitgestaltung wie Ausflüge, Museums- und Kinobesuche.
Auch in den Jahren 2016, 2017, 2018 und 2019 wurde die Finanzierung des Mittagessens, des Nachmittagstees und das Begehen besonderer Anlässe von Studiosus Foundation e.V. übernommen.
2020 finanziert die Studiosus Foundation die Verteilung von Lebensmitteln für die betroffenen Jugendlichen und ihre Familien.

2021 übernimmt die Studiosus Foundation erneut die Lebensmittelversorgung für 12 Monate.

Projektdaten

  • Region: Südamerika
  • Land: Bolivien, El Alto
  • Projekttyp: Soziales Projekt
  • Status: laufend