Studiosus Foundation Emissionsrechner

Indien, Karnataka

Klimaschutzprojekt Biogasanlagen

Um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, unterstützt die Studiosus Foundation e.V. seit Januar 2011 ein CO2-Kompensationsprojekt in Kooperation mit myclimate in Indien. In Dörfern des Bundesstaates Karnataka werden für Kleinhaushalte in ländlichen Gebieten Biogasanlagen errichtet. Sie helfen den Verbrauch von Feuerholz zum Kochen zu reduzieren und damit CO2-Emissionen zu senken.

Das Projekt wurde als CO2-Kompensationsprojekt nach dem Gold-Standard CDM*-Verfahren überprüft und erfüllt die höchsten Anforderungen. Damit ist sichergestellt, dass der Bau dieser Biogasanlagen die Entstehung von Treibhausgasen mindert und zugleich die nachhaltige Entwicklung im Projektgebiet ermöglicht und fördert.

* CDM: Clean Developmen Mechanism
www.cdmgoldstandard.org/

Studiosus-Gäste und alle, die ihren Flug kompensieren wollen, können über dieses Projekt einen freiwilligen Beitrag zum Klimaschutz und zur Kompensation des Treibhausgas-Ausstoßes ihres Urlaubsflugs leisten.

Die Biogasanlagen

Die Biogasanlagen werden unter Federführung der lokalen indischen Nichtregierungsorganisation SKH Sangha gebaut. Sie entstehen in Dörfern im indischen Bundesstaat Kanataka.

Eine Biogasanlage liefert genügend Kochenergie für eine Farmerfamilie, die über mindestens zwei Kühe oder Büffel verfügt. Der Vieh-Dung wird in einem gemauerten Becken mit Wasser vermischt und fließt in einen runden, luftdichten Behälter. Dort entsteht beim anschließenden Gärprozess Methangas, das über eine Rohrverbindung in die Küche geleitet und zum Kochen verwendet wird.
Für eine optimale Nutzung der entstehenden Gasmenge sollten mindestens vier bis fünf Menschen im Haushalt leben.
Die Kosten für den Bau einer solchen Anlage belaufen sich auf 260€ (ca. 18.000 Rupien), ein hoher Betrag für ein durchschnittliches Jahreseinkommens der ländlichen Bevölkerung in Indien.
Über die Nutzungsdauer von 20 Jahren werden pro Anlage rund 120 Tonnen CO2-Emissionen vermieden, die ansonsten durch die Verfeuerung von Brennholz oder getrocknetem Kuhdung entstanden wären. Bei guter Wartungen und Instandhaltung kann eine solche Biogasanlage auch eine Lebensdauer von rund 30 Jahren haben. Je nach Gegend werden die in die Erde eingelassenen Anlagen aus gebrannten Ziegelsteinen oder aus Beton gefertigt.

Neben der Einsparung von CO2-Emissionen haben die Biogasanlagen viele weitere Vorteile:
Mit Vertragsabschluss geht die Anlage in den Besitz der Frau über, die auch für den Unterhalt der Anlage sorgt. Zugleich verpflichtet sich die Familie, alle Kinder im schulpflichtigen Alter in die Schule zu schicken, sowie zwei Bäume zu pflanzen. So wird zum einen die Stellung der Frau innerhalb der Familie gestärkt, zugleich auch  die Ausbildung der Kinder gesichert. Die Abholzung verringert sich, da die Frauen tagsüber nun nicht mehr Holz sammeln müssen. Durch diese Entlastung haben die Frauen dann mehr Zeit für Familien-, Haus- und Feldarbeit, für die oftmals Kinder herangezogen wurden.
Offene Holzfeuer werden beim Gebrauch eines Gasherdes im Haus überflüssig. Das hilft Brandverletzungen zu vermeiden und reduziert die bisher weitverbreiteten Augen- und Atemwegserkrankungen.
Der entstehende hochwertige Biodünger aus vergorenem Kuhdung ersetzt als Ausschuss der Biogasanlage teuren Kunstdünger, steigert die Erträge in der Landwirtschaft und sichert die Nahrungsversorgung.
Manche der Frauen, die im Besitz einer Biogasanlagen sind, erwirtschaften z.B. mit dem Anbau von Kichererbsen oder anderen Gemüsesorten ein eigenes Einkommen.
Die Biogasanlagen werden in Handarbeit von den Leuten vor Ort gefertigt. Bei der Fertigstellung werden die Bauern geschult und miteinbezogen, was neben den technischen Kenntnissen auch das Verantwortungs- und das Gemeinschaftsgefühl fördert. Mit dem Bau der Anlagen entstehen Arbeitsplätze, denn die erforderlichen Fachkräfte geben ihr Wissen an Jüngere weiter.

Maßnahmen

Bis Ende 2019 wurden so rund 3.600 Biogasanlagen im indischen Bundesland Karnataka finanziert und gebaut.

Projektdaten

  • Region: Süd-/Südostasien
  • Land: Indien, Karnataka
  • Projekttyp: Umwelt Projekt
  • Status: laufend